Immer besser werden im Kampf gegen Keime

Wie lässt sich durch eine fachgerechte Bettenaufbereitung das Infektionsrisiko von Patienten minimieren? Was muss in der Waschküche beachtet werden, damit Wischbezüge und Tücher hygienisch einwandfrei aufbereitet werden können? Das erfuhren über 200 Fachleute aus ganz Deutschland, speziell operativ tätige Führungskräfte aus den Bereichen Reinigung und Hauswirtschaft sowie Hygienebeauftragte, beim zweiten bundesweiten KDS-Hygieneforum in Bad Kissingen.

Gemeinsam mit namhaften Hygiene-Experten diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweitägigen Fortbildungsveranstaltung der KDS Services für Gesundheit und Pflege GmbH mit Sitz in Dietmannsried (Allgäu) innovative Konzepte für ein optimiertes Hygienemanagement. Damit sie diese Impulse in Schulungen an die Basis, nämlich die über 6.500 Reinigungsfachkräfte der KDS, bringen können. Nicht zuletzt, um den Spagat zwischen den Normenanforderungen und der Realität im Arbeitsalltag zu meistern.

„Im Bereich Reinigung und Desinfektion sind wir als Spezialisten besonders gefragt und dürfen nicht aufhören, immer besser zu werden. Dafür müssen wir immer wieder den Finger in die Wunde legen und aktiv nach Fehlern suchen, damit wir unsere Reinigungsprozesse stetig verbessern“, erklärte Claudia Conrad, Geschäftsführerin der KDS Services für Gesundheit und Pflege GmbH. Mit über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland war die Fortbildungsveranstaltung bereits zum zweiten Mal in Folge komplett ausgebucht.

Die hervorragende Arbeit der eigenen Kräfte sei dabei nur eines von vielen Puzzlestücken in der Prozesskette. „Nur, wenn wir uns als kompetenter Partner eng mit dem Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen austauschen, können wir für eine einwandfreie Hygiene und damit auch für die Sicherheit von Patienten, Bewohnern, Mitarbeitern und unseren Reinigungskräften sorgen“, so Conrad.

Welche entscheidende Rolle eine fachgerechte Reinigung für die Hygiene in Krankenhäusern spielt, verdeutlichte Prof. Dr. med. Markus Dettenkofer, Chefarzt und Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz, in seinem Vortrag: „Die Reinigung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe und enorm wichtig, um das Infektionsrisiko in Krankenhäusern und Kliniken zu minimieren. Klar, dass auch die Anforderungen an Reinigung und Desinfektion stetig steigen. Es helfen aber die besten Guidelines nichts, wenn sie dann in der Praxis nicht umgesetzt werden können. Das ist wie beim Fußball, da kommt es auch auf die letzten Meter vor dem Tor an.“ Der Hygiene-Experte appellierte zudem für einen intelligenten Mix aus Reinigung und Desinfektion. Denn nicht immer und überall ist eine Desinfektion dringend nötig und auch sinnvoll. „Im Gegenteil! Es besteht sogar das Risiko, dass Erreger in gewisser Weise resistent gegen Desinfektionsmittel werden und dann haben wir ein echtes Problem“, so Prof. Dr. med. Dettenkofer.

Wie wichtig ein kompetentes Hygienemanagement gerade auch in Kinderbetreuungseinrichtungen ist, das erörterte Marc Schlachter, der das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland berät, anschaulich in seinem Vortrag. „Kindergärten sind aus infektiologischer Sicht echte Knotenpunkte. Zum Beispiel beim Norovirus: Nur zehn Viren reichen, um eine komplette Kindergartengruppe inklusive Erzieherin lahmzulegen. Meist stecken sich auch noch die Eltern und Geschwister der Kindergartenkinder mit dem Erreger an. Damit es gar nicht erst zum Worst-Case-Szenario kommt, braucht es kompetente Reinigungs- und Hygieneexperten, zum Beispiel in Form von externen Dienstleistern. Sie kennen sich mit den unterschiedlichsten Erregern aus und können im Falle eines Falles schnell und effektiv handeln“, betonte Schlachter in seinem Vortrag „Anforderungen an die Reinigung in Kinderbetreuungseinrichtungen“.

Im praktischen Teil des 2. KDS-Hygieneforums standen die Reinigung und Desinfektion von Flächen, die hygienische Bettenaufbereitung sowie die Aufbereitung von Reinigungstextilien im Fokus. „Die Bettenaufbereitung hat auch durch die Hygienevorgaben eine neue Qualität erhalten. Denn immerhin ist das Bett dem Patienten am nächsten. Bei einem Krankenhausaufenthalt ist es sein Schlaf-, Ess- und Wohnzimmer und manchmal auch sein Badezimmer“, so Claudia Schuster, Prokuristin bei der KDS und staatlich geprüfte Desinfektorin. Sie erklärte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in dem Workshop, was in der Praxis beim Abrüsten, Desinfizieren und Aufrüsten von Patientenbetten besonders zu beachten ist.

In jüngster Vergangenheit nahmen Gesundheitsämter bei ihren Kontrollen verstärkt Waschküchen in Krankenhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen unter die Lupe. Der Workshop „Aufbereitung von Reinigungstextilien“ zeigte daher, wie mit kleinen Kniffs die geforderten Richtlinien in der Praxis eingehalten werden können.

Jede Menge praxisbezogenen Input gab es auch zum Thema „Flächendesinfektion“ sowie zum intelligenten Hygiene-Konzept  Safe&Care® der KDS. Dies ist so konzipiert, dass menschliche Fehler bei der hygienischen Reinigung auf ein Minimum reduziert werden. „Für eine erfolgreiche Umsetzung des innovativen Konzepts ist es mit einmaligen Schulungen für die Objektleiter und das Reinigungspersonal nicht getan. Nach der Einführung geht es erst richtig los: Der Reinigungsprozess muss permanent beobachtet und kontrolliert werden, damit sich keine Fehler aus der alten Reinigungsroutine einschleichen“, erklärte Anna Hils, Geschäftsführerin der Parat GmbH – Institut für Hygiene mit Sitz in Kempten. In enger Zusammenarbeit haben die KDS und das Hygieneinstitut das Safe&Care®-Konzept entwickelt.